Bergbau

Stollen in der Liechtensteinklamm

Archäologische Funde belegen, daß schon 500 Jahre vor Christus Bodenschätze, hauptsächlich Gold, in den Hohen Tauern gefördert wurden. Ein wahrer Goldrausch setzte dann im 16. Jahrhundert ein, der fast zweihundert Jahre anhielt. Zu jener Zeit wurden im Rauriser Tal bei Kolm-Saigurn und in Gastein mehr als 800 kg Gold und beinahe drei Tonnen Silber jährlich aus den Bergen (in Höhen von bis zu 2.800 m) geholt. Außerdem wurden Kupfer, Quecksilber, Blei, Nickel, Kobalt, Eisen, Arsen und Salz, sowie Scheelit (zur Gewinnung von Wolfram) gefördert. Im etwa 60 Kilometer entfernten Habachtal, fand man dagegen einen ganz anderen Schatz: Smaragde. Das Habachtal ist somit die einzige Fundstelle dieses tiefgrünen Kristalls in Europa.

Darüber hinaus wurden in den Hohen Tauern Bergkristall und Epidot gefunden. Letzterer wird nur gelegentlich als Schmuckstein verwendet, da er schwer zu verarbeiten ist. Insgesamt sind über 200 Mineralien in den Hohen Tauern nachgewiesen worden, so zum Beispiel Aquamarin und Granat in der Goldberggruppe.

Des weiteren wurden im Untersulzbachtal (an der Knappenwand) Epidot, im Felbertal Titanit (Sphen), Scheelit, Aquamarin, Smaragd, Calcit und Perikilin, im Gasteinertal Fluorit, im Rauriser Tal Bergkristall, im Mühlbachtal Kupfer, Nickel, Uran und ebenfalls Gold, gefunden. Im Bergbaugebiet Leogang wurde mehrere Jahrhunderte lang Blei, Kupfer, Silber, Quecksilber, Kobalt, Nickel und Magnesit gefördert. Außerdem wurden in diesem Gebiet Zinnober, Strontianit, Aragonit, Lazulith, Covellin und Zölestin gefunden. Einige dieser Funde können im Bergbaumuseum Leogang betrachtet werden.

Im Untertagebau wurden im Gasteinertal am Radhausberg bei Böckstein Gold und Silber gefördert. Außer Gold wurde ebenfalls Silber im Rauriser Tal am Hohen Goldberg (auch Hoher Sonnenblick genannt) geschürft. Schellgaden im Lungau und die Herrschaft Gmünd waren ebenfalls für ihre Goldvorkommen bekannt.

Sowohl vom Gold als auch von den Smaragden zeugen heute in den Hohen Tauern nur noch Lehrpfade (z.B. Rauriser Tauerngold-Rundwanderweg) und Schaubergwerke. Dennoch besteht die Möglichkeit in der Rauriser Ache Gold zu waschen.

Die Wege (Saumpfade), die damals von den Bergleuten und Säumern genutzt wurden, sind es schließlich, die den Wanderern noch heute in die entlegensten Winkel des Nationalparks führen. Andere Spuren der vergangenen Bergbauzeit kann der aufmerksame Wanderer unter anderem im Bockharttal mit seinen Bergbauhalden sehen.

Ein neuer Goldrausch?

Da der Goldpreis seit 2006 recht erheblich gestiegen ist, interessieren sich erneut Bergbauunternehmen für die Hohen Tauern und führen Probebohrungen im stillgelegten Arsenbergwerk Rotgülden durch. Dabei wurde ein Goldgehalt von einem bis 30 Gramm pro Tonne ermittelt, aber auch bis zu 20 Kilogramm Kupfer. Vorausgesetzt, daß ausreichend große Mengen an Gold zutage gefördert werden können, ist der Abbau ab einer Menge von 10 Gramm Gold pro Tonne Gestein wirtschaftlich.

Bei weiteren seit August 2011 stattfindenden Probebohrungen auf 1.700 m über dem Meeresspiegel soll außerdem der Gehalt an Blei, Zink und Silber festgestellt werden. Eine Entscheidung darüber, ob es tatsächlich zum Abbau kommt, soll in den kommenden Jahren nach Auswertung der Gesteinsproben getroffen werden.

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