Geschichte

Obwohl die Alpenregion auf mehrere Jahrtausende Siedlungsgeschichte zurückblicken konnte, stellte sie dennoch einen weißen Fleck auf den Landkarten bis ins 17. Jahrhundert dar. Wenn überhaupt, dann waren ein paar Täler, Ortschaften und Pässe vermerkt; doch besonders verläßlich waren diese Angaben trotzdem nicht.

Professor Johann Jakob (1672 - 1733), Botaniker und Bergsteiger aus Zürich, führte neun Forschungsreisen in die Hochalpen durch und vermaß sie trigonometrisch und barometrisch. Erst durch das Aufkommen der Naturwissenschaften im 18. Jahrhundert stieg das Interesse an den Alpen, und was sie entstehen ließ, schließlich an. So gelang beispielsweise die Erstbesteigung des Großglockners im Jahre 1800 mit einer 62 Teilnehmer umfassenden Expedition, die nicht nur aus Bergsteigern sondern auch aus Wissenschaftlern bestand. Unter ihnen befand sich der Mathematiker und Landvermesser Ulrich Schiegg, der die Höhe des Gipfels mit 3.761 m (statt 3.798 m) und dessen Koordinaten bestimmte.

Die Erklimmung der Alpengipfel war indessen schon zum Sport geworden. Der Ankogel wurde bereits 1762 und der Mont Blanc 1786 bezwungen. Der Ortler folgte 1804, das Kitzsteinhorn 1828 und der Großvenediger 1841.

Natürlich wollten Städter nicht außen vor bleiben und bestiegen die Gipfel unter Leitung einheimischer Bauern und Hirten. Damit war ein erster zaghafter Anfang zur Entwicklung des Tourismus in der Region gemacht worden. Das Bergführerwesen wurde schließlich ab 1883 organisiert. Die Gründung des Alpenvereins und in dessen Folge das Anlegen von Wegen sowie der Bau von Schutzhütten gaben dem Ganzen eine besondere Dynamik. Nicht zuletzt auch wegen dem Beginn des Eisenbahnzeitalters und der Möglichkeit die Hochalpen "bequem" zu bereisen, gewann der Aktivurlaub in den Alpen zunehmend an Bedeutung.

Schutz der Natur

Durch die Zunahme des Fremdenverkehrs und dem Bau von Straßen und Wegen in den Alpen wurden auch Bedenken laut, daß diese Besucher möglicherweise der Natur Schaden zufügen könnten. Obwohl der Schutz von Pflanzen- und Tierwelt in den Alpen schon seit 1900 auf dem Plan von Naturschutzvereinen stand, ging es vielen noch nicht weit genug. Sie traten für die Errichtung eines Naturschutzparkes nach dem Vorbild der Nationalparks in den USA ein.

Der Alpenverein begann somit Regionen (oft hochalpines Ödland) im Bereich der Hohen Tauern zu kaufen bzw. bekam es mit der Auflage geschenkt, es als Naturschutzgebiet zu bewahren – teilweise ohne Erfolg. Das Wachstum des Fremdenverkehrs, zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise machten auch vor den Hohen Tauern nicht halt. Es wurden Eisenbahnlinien gebaut, die Großglocknerstraße als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und eine Schnellstraße durch den Felber Tauern.

Erst am 21. Oktober 1971 wurde zwischen Vertretern von Kärnten, Tirol und Salzburg vereinbart, den Nationalpark Hohe Tauern zu gründen. Damit sollte die einzigartige Fauna und Flora geschützt und dieses besondere Naturerlebnis möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. In Kärnten wurde der Nationalpark Hohe Tauern 1981 errichtet (373 km2, inzwischen auf 420 km2 vergrößert – Erweiterungsgebiet Obervellbach); im Bundesland Salzburg 1984 (805 km2). Tirol folgte 1992 und steuerte 611 km2 bei.

Der Nationalpark besitzt 4.308 km Wanderwege, 62 Lehrpfade und 266 Gipfel über 3.000 Meter. Allein im Zeitraum Mai bis Oktober 2003 wurden 1.75 Millionen Besucher des Nationalparks gezählt. Dazu kommen noch einmal eine Millionen Besucher der Großglockner Hochalpenstraße.

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